LocoRoco Review / Test
Heute starten wir die exklusiven PSPBlogger-Weihnachtstests! In den kommenden Adventswochen werden wir PSP-Spiele vorstellen, die beliebig ausgewählt wurden und als Ideen für Weihnachtseinkäufe und Tipps für den Wunschzettel dienen sollen. Bei der Auswahl haben wir bewusst auch Sonderangebote ins Testlabor geholt, um für jeden Geldbeutel einen guten Vorschlag anbieten zu können. Fangen wir an mit LocoRoco! - Was für ein Name. Dieses Spiel scheint etwas Ausgefallenes zu sein. Und es stimmt: ein so innovatives und buntes Spiel wie LocoRoco hat die PSP seit Me & My Katamari nicht mehr gesehen. Kann das Spiel auch ältere Spieler überzeugen oder will Sony hier gezielt junge Kunden ansprechen?
Testbericht – LocoRoco
Die Geschichte
Die Geschichte von LocoRoco ist unkompliziert und wird zu Beginn des Spiels in einer kurzen Filmsequenz erzählt. Finstere Wesen landen auf dem Planeten der frohen LocoRoco und bedrohen ihre Existenz. Die bunten Wesen müssen nun auf einem Streifzug durch ihre Welt ziehen und die dunkle Macht beseitigen. Was in anderen Spielen in völligem Gemetzel und Ballerorgien endet, könnte bei LocoRoco nicht fröhlicher aussehen: Keine Waffen, kein Blut, kein Kampfgeschrei. Der Kampf gegen die Aggressoren sieht so aus, dass die LocoRoco singend durch die Lande ziehen, verschollene Freunde retten und einige Gegner zum Zerstören anrempeln. Langweilig? Keineswegs.
Anfangs steuert man einen einzelnen, kreisrunden LocoRoco. Durch das Fressen von roten Beeren kann dieser immer größer werden. Jede Beere ist ein neuer LocoRoco. Die Frohnaturen verbinden sich automatisch. So wächst der LocoRoco immer weiter an. In jedem Level kann der Spieler 20 der kleinen Wesen erhalten. Bei Bedarf kann man LocoRoco in viele kleine Wesen aufteilen und auch wieder verbinden. Diese Funktion ist wichtig, da das Leveldesign oft enge Passagen enthält, durch die ein großer LocoRoco nicht passen würde.
Die Steuerung
„Aber halt! Wie soll man so viele einzelne Wesen steuern?“, werden einige Fragen. Die seltsame Antwort: „Ihr steuert kein einziges!“. LocoRoco verfügt über ein Interessantes Steuerungskonzept, in dem der Spieler nicht die Charaktere steuert, sondern mit Hilfe der Schultertasten die Spielwelt nach links oder rechts kippt, was die LocoRocos zum kullern bringt. Gesprungen wird durch das gleichzeitige Drücken der Schultertasten. Auch hier springt man nicht mit dem LocoRoco, sondern erteilt der Spielwelt einen kurzen Ruck. Die Steuerung funktioniert wunderbar und ist sehr schnell erlernbar.
Bleiben wir noch ein wenig bei der Technik. Hinter dem zweidimensionalen LocoRoco steckt eine mächtige Physik-Engine. Die LocoRocos wabbeln ordentlich beim Rollen durch die Spielwelt und spätestens wenn man die Levels mit wackelpuddingartigem Boden betritt, der physikalisch realistisch pulsiert, bemerkt man die Stärken der Programmierung.
Die Levels
LocoRoco bietet insgesamt 40 Levels. Und hier kommen die kleinen Macken des Spiels zum Vorschein. Die Levels sind recht kurz und nicht unbedingt schwierig zu meistern. Wer das Ende eines Levels erreicht hat, kann das nächste betreten. Längere Zeit mit dem Spielen wird nur verbringen, wer alle versteckten Gegenstände und Wesen eines Levels finden will. Wer schnell ins Ziel rast, wird den Abspann schon nach weniger als acht Stunden Spielzeit sehen. Will man alle Geheimverstecke aufspüren und das Spiel hundertprozentig durchspielen, hat man viel länger zu tun, denn einige Verstecke verlangen viel Fingerspitzengefühl, um erreicht zu werden.
Minispiele
Überall in den Levels sind kleine Fliegen zerstreut, die der LocoRoco fressen kann. Mit dem Vorrat an Fliegen werden die Minispiele bezahlt. Hat man keine Fliegen auf dem Konto, kann man nicht spielen. Die drei Minispiele, zu denen seltsamerweise auch der unspektakuläre Level-Editor zählt, sind ziemlich langweilig. Es gibt zum Beispiel den MuiMui-Kran, mit dem man sich wie mit einem Plüschtierautomaten neue LocoRocos angeln kann. Der Witz an der Sache ist allerdings, dass man dem Kran lediglich das Start- und Stoppsignal geben kann. Auch das zweite Minispiel, bestehend aus einem kleinen Level, ist nur für kurze Zeit unterhaltsam.
Mit dem Level-Editor können freigeschaltete Levelbauteile in eine Landschaft gesetzt werden. Auf Knopfdruck kann man dann in seinem eigenen Level spielen. Hört sich zunächst gut an, ist aber auch langweilig und wird den Langzeitspaß nicht stark erhöhen.
Ein Multiplayer-Modus wird leider nicht unterstützt.
Sound und Grafik
Die Hintergrundmusik des Spiels ist eine verrückte Sache und passt perfekt zum Spiel. Die Besonderheit: Die LocoRocos selbst singen die Lieder des lustigen Soundtracks selbst. Erkennbar wird dies an den Mundbewegungen der wabbeligen Wesen. Es gibt sechs verschiedenfarbige LocoRocos. Spielerisch unterscheiden sich die Kreaturen nicht voneinander, aber sie haben je nach Farbe eine andere Stimme, was sich natürlich an den Liedern bemerkbar macht. So schafft es das Spiel, den Spieler durch die Musik und ihre Verbindung zum Spielgeschehen zum Lachen zu bringen – und das ist selten der Fall. Auch die Toneffekte passen allesamt hervorragend ins Spielgeschehen und bewegen sich auf hohem Niveau.
Die Grafik ist für dieses Spiel optimal. Sie ist zweidimensional und erinnert an Macromedias Flash. Mit Flash wurde übrigens auch das Spiel auf der offiziellen Homepage von LocoRoco für den PC nachgebaut. Das Design ist bunt, einfach und hat einen ganz eigenen Stil. Die Ladezeiten sind, sicher wegen der einfachen Optik, wunderbar kurz. Dass die 3D-Möglichkeiten der PSP nicht genutzt werden, ist im Falle von LocoRoco auf jeden Fall kein Fehler gewesen.
Anspielen
Wer LocoRoco vor dem Kauf einmal spielen möchte, kann dies sehr ausführlich unternehmen. Es wurden schon mehrere Demos zum Spiel herausgegeben. Das Besondere ist, dass Sony nicht immer Levels aus dem Spiel zur Schau stellt, sondern oftmals ganze Designs neu entwickelt. Ein Ende der Testversionen ist nicht in Sicht, denn die nächste Demo ist schon für den 11. Dezember angekündigt und soll mit Weihnachts-Look und neuer Musik begeistern. Die Demos stehen auf YourPSP zum Download bereit.
Fazit:
LocoRoco ist zweifellos ein buntes Spiel, auch für Erwachsene. Musik, Grafik, Konzept – hier passt einfach alles zusammen. Kritikpunkt ist lediglich der geringe Umfang und der leichte Schwierigkeitsgrad. Wer nicht sicher ist, ob er sich mit dem außergewöhnlichen Konzept anfreunden kann, sollte sich eine der Demo-Versionen downloaden und dann entscheiden. Allen anderen sei der Top-Titel hiermit offiziell empfohlen.
Unsere Wertung: 8 / 10
Autor: Marc Motyka
Bilder: IGN
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