Rock Band: Unplugged Review / Test

Test vom 26. Juni 2009 | Mehr Tests in PSP Game Reviews
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Rock Band kommt mit Unplugged ganz ohne Plastik-Instrumente von den Konsolen auf den Sony-Handheld. Ob es ebenso viel Spaß macht wie seine großen Brüder, erfahrt ihr im Test.
Rock Band kommt mit Unplugged ganz ohne Plastik-Instrumente von den Konsolen auf den Sony-Handheld. Ob es ebenso viel Spaß macht wie seine großen Brüder, erfahrt ihr im Test.

Als wir vor einigen Monaten zum ersten Mal über Harmonix’ Rock Band: Unplugged berichteten, stellte ich mir die durchaus berechtigte Frage, wie der Entwickler das Musikspiel von den Konsolen auf den kleinen Sony-Handheld bringen möchten. Mit oder ohne Gitarre? Vielleicht mit einer kleinen Ukulele als digitale Klampfe? Aber wie soll man bitteschön gleichzeitig die PSP in den Händen halten und dann auch noch die Buttons des Gitarren-Controllers mit filigranen Fingerverrenkungen bearbeiten? Wirklich mobil wäre man mit solch einer Lösung nicht. Die Lösung für das Problem findet sich in der Vergangenheit von Harmonix: Frequency und Amplitude! Zwar war es damals mit Paul Oakenfold, den Jungle Brothers & Co noch nicht ganz so rockig, aber wie bei RB: Unplugged musste man im Takt der Musik in die Tasten hauen und kam dabei auch noch ohne zusätzliche Hardware aus. Wie bei seinen Vorbildern kontrolliert man auch bei Rock Band: Unplugged sämtliche Instrumente selbst und versucht seinen Multiplikator durch möglichst fehlerfreies Spielen der Noten in die Höhe zu treiben.

Wer Frequency und Amplitude kennt, der wird schon nach einigen Minuten merken, dass Harmonix bzw. Backbone Entertainment, die maßgeblich für die Entwicklung verantwortlich waren, den bewährten Motor sowie die Karosse wiederverwendet, dem ganzen aber einen neuen Anstrich, neue technische Feinheiten und jede Menge Rock spendiert haben. Jede Menge Rock? Da waren Harmonix und MTV Games spendabel: Insgesamt stehen 41 Songs, darunter legendäre Rock-Songs wie zum Beispiel Today von den Smashing Pumpkins, Buddy Holly von Weezer, Pinball Wizard von The Who oder Painkiller von Judas Priest bereit. In der Liste sollten sowohl hartgesottene Metal-Heads als auch gemäßigte Alternative-Fans fündig werden. Wohl mit einem Augenzwinkern hat man auch ABC von den Jackson 5 mit in das Spiel gepackt.

Jetzt wird gerockt

In Rock Band: Unplugged ist man selbst die Band. Das bedeutet, dass man für insgesamt vier Parts (Bass, Drums, Gesang und Gitarre) zuständig ist. Die einzelnen Parts sind auf vier Spuren verteilt, die nebeneinander liegen und von denen immer eine aktiv ist. Beginnt man zum Beispiel mit einem Gitarren-Intro und schafft es einen Abschnitt durch genaues Treffen der Noten fehlerfrei durchzuspielen, läuft die Spur automatisch weiter und man kann sich einer anderen zuwenden. Der Wechsel zwischen den Spuren erfolgt mit den Schultertasten der PSP. Desto mehr Teile man hintereinander schafft, desto länger wird die Kombo und desto schwieriger wird es auch, den Überblick sowie die Kontroller über seine eigenen Finger zu behalten. Ziel ist es, alle Instrumente und den Gesang am Laufen zu halten. Kommt man einmal aus dem Takt und haut einige Fehler in die Tasten, kommt das komplette Bandspiel aus dem Takt und man muss sich sputen, um den Song doch noch irgendwie zu retten und zurück ins Spiel zu kommen. Klappt das nicht, kann ein notleidendes Instrument auch schnell aus dem Spiel fallen. Damit man sich voll und ganz auf ein Instrument konzentrieren kann, rückt dieses nicht nur visuell, sondern auch akustisch leicht in den Vorderung. Das bedeutet: Spielt man die Drums, hört man diese auch deutlich und kann so den Takt besser fühlen. Kommt man allerdings komplett aus dem Takt, kann es vorkommen, dass eine oder mehrere Tonspuren gar nicht mehr zu hören sind. Hier muss man dann sofort eingreifen um die betroffenen Spuren durch fehlerfreies Spiel wieder zu aktivieren. Natürlich verzichtet Rock Band: Unplugged auch nicht auf den von den Konsolen-Fassungen bekannten, durch Kombinationen aufladbaren Overdrive, mit dessen Aktivierung man inaktive Spuren retten und die Punkteausbeute steigern kann.

Als Band oder als Einzelkämpfer

Rock Band: Unplugged lässt einem – wie seine großen Brüder – die Wahl, ob man nur schnell mal ein Spiel zwischendurch oder eine ganze Band-Karriere absolvieren möchte. Für die Gründung der eigenen Band steht ein umfangreicher Editor zur Verfügung, mit dem man seine Band benennen, ihr einen Heimatort zuweisen und sie auch optisch gestalten kann. Der Editor ist zwar nicht ganz so umfangreich und die Figuren nicht so detailreich wie die von Rock Band 1 und Rock Band 2, aber wir spielen ja auch auf der PSP und nicht auf der Konsole, daher geht das vollkommen in Ordnung. Ein paar Punkte gehen auch bei der Bühnen-Performance der Band verloren. Statt sich wie bei den Konsolen zur Musik zu bewegen und zu singen, gibt es fast die immer gleich Performance, eben nur an anderen Orten.

Krämpfe, Knoten und die Lösung

Nach den ersten zwei bis drei Songs kann sich auch schon mal ein Muskelkater in den Daumen mit einem kleinen aber schmerzhaften Krampf ankündigen. Damit das nicht passiert, sollte man nicht zu verkrampft ans Spiel gehen und eventuell seine eigene Tastenbelegung festlegen. Als erste Vorgabe liegt die (von links nach rechts) rote Note auf dem Links-Pfeil des Steuerkreuzes, die gelbe Note auf dem Oben-Pfeil des Steuerkreuzes, die grüne Note auf der Dreiecks-Taste und die blaue Note auf der Kreis-Taste. Möchte man den Overdrive aktivieren, drückt man im Spiel den Unten-Pfeil des Steuerkreuzes. Hier hat Harmonix bzw. Backbone Entertainment gut mitgedacht und lässt uns die Freiheit, die Tasten so anzuordnen, wie es unseren Fingern am besten passt.

Sound wie auf der Konsole, aber emotionsloses Publikum

Die Klangqualität der einzelnen Tracks ist – wie von Harmonix bekannt – grandios, allerdings sollte man sich selbst einen Gefallen tun, und den Sound nicht gerade aus den Lautsprechern der PSP schrammeln lassen und stattdessen die Kopfhörer aufsetzen. Die Lautsprecher des Handhelds sind einfach nicht für fetten Rock gebaut und liefern nur ein zufriedenstellendes Klangerlebnis. Hier liegt das Problem aber bei der PSP und nicht beim Spiel. Ein wenig enttäuschend ist die Performance des Publikums. Wer die Konsolen-Fassungen kennt, der weiß, dass das Publikum eine entscheidende Rolle spielt und einen mit Gesang, Kreischen und Emotionen zu Höchstleistungen pushen kann. Das Publikum von Rock Band: Unplugged klingt allerdings mehr wie eine Weihnachtsfeier im Seniorenstift. Nur ab und zu gibt es ein kurzes Aufschreien, das aber schnell wieder abflacht. Hier wäre definitiv mehr möglich gewesen. Schade.

Ich, Rock Band: Unplugged und meine PSP

Eine Band besteht im Fall von Rock Band: Unplugged aus vier Instrumenten. Wer denkt, es würde einen Mehrspieler-Modus geben, in dem man – wie bei den großen Vorbildern – gemeinsam abrocken kann, der hat sich geschnitten. Harmonix hat dem Spiel keinerlei Mehrspieler-Modi spendiert. Es gibt auch keine Online-Funktionalität. Wenn man schon nicht gegen oder mit anderen rocken kann, dann wäre doch wenigstens eine weltweite Rangliste für Punkte-Highscores bei den einzelnen Tracks drin gewesen – einen kleinen Anreiz, um RB: Unplugged wieder und wieder in den UMD-Schacht zu schieben. Aber nein, hier hat sich Harmonix komplett verweigert. Für die Motivation muss man also selbst sorgen und nach Absolvierung der umfangreichen World Tour mit neuen Songs, die man kostenpflichtig über den integrierten Music-Store downloaden kann, und dem Solo-Modus neuen Spaß auf die PSP holen.

9
Fazit: Kabel raus, Unplugged rein!

Rock Band: Unplugged verzichtet auf die bekannte Plastik- Hardware und setzt stattdessen auf das bewährte Prinzip von Frequency und Amplitude. Statt die Gitarre zu quälen haut man die Noten fingerfertig in die PSP-Buttons, was auch ganz gut funktioniert und zunächst auch für jede Menge gute Laune sorgt. Das, was Harmonix da für den Sony-Handheld abgeliefert hat, macht Spaß, kann aber mangels Mehrspieler-Modus auch sehr schnell langweilig werden. Zwar gibt es mit dem Music-Store die Möglichkeit, immer wieder neue Songs nachzukaufen, sich mehrmals durch die World Tour oder den zu Survival Modus kämpfen, aber das kann die langfristige Motivation, die ein Multiplayer dem Spiel verliehen hätte, nicht ganz wettmachen. Grafisch und Sound-technisch präsentiert sich das Spiel den Möglichkeiten der PSP entsprechend sehr solide. Die Abrechnung: Hier und da ein Abzug, aber insgesamt ein Must-Have für jeden audiophilen PSP-Besitzer mit flinken Fingern.

Infos zum Spiel

  • Rock Band: Unplugged Titel: Rock Band: Unplugged
    Genre: Musikspiel
    Publisher: Electronic Arts
    Developer: Backbone Entertainment
    Release (US): 09.06.2009
    Release (EU): 19.06.2009
    Release (JP): NA
    Spiel kaufen: Amazon | Trade-a-Game
     
    Mit Rock Band: Unplugged kommt das erfolgreiche Rock Band-Franchise von den Konsolen auf den Sony-Handheld. Ohne extra Hardware wird mit den PSP-Buttons abgerockt was das Zeug hält. Rock Band: Unplugged ermöglicht die komplette Musikband-Erfahrung für unterwegs, indem traditionelles Gameplay, bei dem der Takt getroffen werden muss, mit den Schlüsselele- menten von der Rock-Band-Reihe, zum Beispiel Overdrive und Akkorde, kombiniert wird. Außerdem bietet Rock Band: Unplugged Modi wie World Tour, Band-Überlebensmodus, Warmup und einem Character-Creator. Rock Band: Unplugged bietet 41 Songs und einen In-Game-Store für Song-Downloads.

Artikelinfos

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5 Kommentare

  1. eXeler0n schrieb am 26.Juni 2009:

    Also ich weis nicht, ob das Spiel was für mich ist. Vlt teste ich mal die Demo (gibts eine?). Zu euch: Ne genauere Auflistung eurer Bewertung fände ich gut.

  2. Chris schrieb am 27.Juni 2009:

    Sehr schön, das es mal eine Review gab (immerhin die erste seid ich hier dabei bin). Das Spiel finde ich toll und eure Bewertung geht vollkommen in Ordnung. Eine Demo gibt es natürlich auch im Playststion Store kostenlos zum download. Also ich kann das Spiel nur empfehlen!

  3. Zooth schrieb am 29.Juni 2009:

    Das Spiel ist sehr viel besser als ich es erwatet habe. Super auch für zwischendurch. Sehr guter Test!

  4. ich schrieb am 6.September 2009:

    es gibt eine demo von rock band einfach mal im sony store auf der psp gucken rockband dann kostenlose inhalte usw. gucken die demo is ca. 150 mb groß. der download lohnt sich aber auf alle fälle! ich habe es selbst (die demo) und kaufe mir jetzt bald warscheinlihc die umd

  5. Josefa schrieb am 19.November 2009:

    Ich lass mich von dem Spiel gerne überraschen. Aber eigentlich ist das für mich eher ein Spiel für eine “große” Konsole, eben weil so ein Game von der Athmosphäre und der Möglichkeit, mit mehreren zu spielen lebt.

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