Monster Hunter: Freedom Unite Review / Test

Test vom 8. Juli 2009 | Mehr Tests in PSP Game Reviews
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Mit Monster Hunter: Freedom Unite bringt Capcom das verrückte Phänomen aus Japan auch endlich in den Westen. Ob es uns überzeugen konnte, erfahrt ihr in unserem Test.
Mit Monster Hunter: Freedom Unite bringt Capcom das verrückte Phänomen aus Japan auch endlich in den Westen. Ob es uns überzeugen konnte, erfahrt ihr in unserem Test.

Monster Hunter ist mehr als ein Spiel, es ist ein Phänomen. Wenn sich in Japan tausende Spieler in Bussen zur kollektiven Monsterjagd karren lassen, sie Publisher Capcom jeden Teil der Serie förmlich aus den Händen reißen und die PSP-Fassung im Land der aufgehenden Sonne mit über 3 Millionen Verkäufen zu einem der erfolgreichsten PSP-Spielen überhaupt gehört, dann muss es sich ja schon um etwas ganz Großes handeln. Bei dem Erfolg von Monster Hunter: Freedom Unite im Land der aufgehenden Sonne blieb Capcom gar nichts anderes übrig, als das Spiel auch für westliche Monsterjäger zu veröffentlichen. Unite entführt uns einmal mehr in die Vergangenheit und schickt uns auf die Jagd nach den pflanzen- und fleischfressenden Ungeheuern längst vergangener Tage. Dabei bietet Unite zwar einige Neuerungen und Verbesserungen, ist im Grunde aber nicht mehr als ein Update zu seinem Vorgänger.

Mit oder ohne Installation?

Bevor ihr nach dem Einlegen der UMD auf die Jagd geht, habt ihr die Wahl, einige Daten von Monster Hunter: Freedom Unite auf eurem Speicherstick abzulegen. Das ist gar keine schlechte Idee und bereits von der PlayStation 3 bekannt, denn so lassen sich die teilweise ewig langen Ladezeiten der UMD deutlich verkürzen. Man sollte allerdings genügend Platz auf seinem Stick haben und rund 600 Megabyte für die Installation einplanen. Weniger Krach vom UMD-Laufwerk und dadurch ein bisschen mehr Akku-Laufzeit – damit hat sich Unite schon mal den éinen Extra- Punkt verdient, denn besonders die nervigen Ladezeiten zwischen den Mini-Leveln lassen sich so auf ein erträgliches Maß reduzieren.

Die alte Rüstung sitzt noch gut

Spieler, die bereits den Vorgänger gespielt und dabei jede Menge Gegenstände wie Waffen und Rüstungen etc. gesammelt haben, können diese samt ihres Charakters ohne Probleme in Unite importieren. Sollte es einige Gegenstände nicht mehr geben, werden diese ganz einfach durch gleichwertige ersetzt. Nach dem Import bietet Unite außerdem die Möglichkeit, noch mal Hand an seinen Charakter zu legen und diesen ggf. anzupassen. Wer möchte, der kann sogar einfach das Geschlecht seiner Charakters wechseln. Wer hingegen mit einem ganz frischen Charakter durchstarten möchte, kann natürlich auch das tun und so als neuer Kämpfer in die Schlacht ziehen.

Ähnlichkeiten und alte Kritikpunkte

Schon nach dem Intro von Monster Hunter: Freedom Unite werden Erinnerungen an Monster Hunter Freedom 2 wach, welches bereits 2007 das Licht der Welt erblickte und neben einem genialen Gameplay auch einige Ecken und Kanten hatte, über die sich die Hardcore-Fans schon damals beschwerten. Unite bietet jedoch neben einer Menge neuer Inhalte auch zahlreiche Verbesserungen, die seinem Vorgänger noch zu schaffen gemacht haben. So wartet Unite neben zahlreichen neuen Monster-Spezies auch mit 50 neuen Quests auf. Für ausrei- chend Nachschub hat Capcom ebenfalls in Form von regelmäßig erscheinenden Download-Inhalten gesorgt. Einen der größten Kritikpunkte hat man in Unite aber nicht beseitigt: Den fehlenden Online-Modus. Während es in Japan angesichts von über 3 Millionen verkauften Exemplaren und zahlreichen Events mit Leichtigkeit möglich sein sollte, andere Monsterjäger zu treffen um mit diesen gemeinsam auf die Jagd zu gehen, sieht das bei uns im Westen schon ganz anders aus. Unite lebt von seinem Mehrspieler-Modus und sogar einige Monster lassen sich nur im Team halbwegs gut bezwingen. Deshalb geht Spielern, die nicht die Möglichkeit haben mit anderen auf die Jagd zu gehen, ein ganz entscheidender Teil der Faszination Monster Hunter flöten.

Die ersten Tage bis zum Erfolg

Unite ist kein Spiel für Leute ohne Geduld. Bis man die ersten spürbaren Fortschritte macht und so langsam mit dem Spiel warm wird, kann es schon mal ein bis zwei volle Tage dauern. Anfänglich gilt es noch viel zu lernen, denn in Unite gibt es keine helfende Stimme, die einem sagt, wie man die einzelnen Monster am effektivsten zur Strecke bringen kann. Mit der Zeit geht die Monsterjagd jedoch immer leichter von der Hand und das Spiel beginnt an Fahrt aufzunehmen.

Alles beginnt in Pokke

Ausgangspunkt für die Monsterjagd ist einmal mehr das kleine Dorf Pokke, in dem Menschen mit intelligenten Katzen, den Felyne, zusammenleben. Von hier aus startet man zu seinen Missionen und Expeditionen, bei denen man entweder mehrere Monster einer bestimmten Spezies, oder aber ein bestimmtes, mächtiges Monster erlegen muss. In Unite dienen die Felyne aber nicht mehr nur als Köche, die dem Helden in der Küche verschiedene Mahlzeiten zubereiten, sondern auch als lernfähige Jagdbegleiter. So kann man seinen felligen Begleiter trainieren, damit er einen im Kampf gegen die Monster unterstützen kann. Das klappt soweit auch ganz gut, allerdings sind die Felyne tatsächlich nicht mehr als Begleiter, denn zurücklehnen kann man sich trotz ihrer Unterstützung zu keinem Zeitpunkt. Trotzdem sind sie sehr nützlich und können zum Beispiel die Aufmerksamkeit anderer Monster auf sich ziehen, während man es mit einem großen Brecher zu tun hat und nicht noch mehr Betrieb vor der Waffe gebrauchen kann.

Auf die Jagd!

Von Pokke aus geht es in die Wildnis, die wirklich alles zu bieten hat. Von dick mit Schnee bedeckten Bergen über grüne Vegetation und kochende Vulkanland- schaften bis hin zu Sandstränden und dichtem Dschungel ist nahezu jede vorstellbare Szenerie in Unite vertreten. Erfahrene Monsterjäger werden sich relativ schnell in die Unite-Landschaft einfinden, bietet sie doch reichlich altbekannte Gebiete, in denen sich schnell benötigte Rohstoffe und Brutplätze der Monster finden lassen. Neulinge müssen die Monsterjagd jedoch von Grund auf erlernen und sich zunächst durch die Landschaften kämpfen um die besten Sammel- und Kampfstätten zu finden. Unite ist aber keine reine Hack’n'Slay Monsterjagd. Im Dorf Pokke kann man mit den Einwohnern kommunizieren, die einem nützliche Informationen für den weiteren Verlauf des Spiels geben. Auf einer Farm, die sich ganz in der Nähe des Dorfs befindet, kann man benötigte Pflanzen anbauen und in der Umgebung kann man auf die Suche nach Pilzen gehen, Fische fangen und im Steinbruch kann man sich als Bergmann versuchen. All diese Dinge benötigt man dringend um die für die Jagd benötigten Waffen, Fallen und Tränke anfertigen zu können.

4 Freunde sollt ihr sein

Bis zu einem gewissen Punkt lässt sich Unite auch ganz gut als Solist spielen. Es kommt jedoch irgendwann der Punkt im Spiel, an dem es alleine fast nicht mehr weitergeht. Nämlich dann, wenn es an die wirklich großen Monster geht. Da Capcom wie bereits angesprochen absichtlich keinen Online-Multiplayer in Unite integriert hat, muss man Freunde mit PSP und Unite finden, die bereit sind, sich über die Gilde zusammenzuschließen und so eine Monsterjäger-Truppe auf die Beine zu stellen. In der Gruppe lassen sich die großen Bossgegner mit Hilfe einer im Team entwickelten Taktik erledigen. Findet man jedoch keine(n) Freund(e), der/die sich an der Jagd beteiligen möchte, bleibt einem dieses einzigartige Gruppenerlebnis verwehrt. Eine vollständige Lösung des Spiels im Alleingang ist fast unmöglich. Ein Online-Modus hätte dem Spiel für westliche Spieler definitiv gut getan, aber den wird es wohl auch im nächsten Teil noch nicht geben.

Grafisch und Soundtechnisch voll auf der Höhe

Von der Grafik und dem Sound her kann sich Unite ohne Probleme zu den Top- Titeln für die PSP zählen. Zwar gibt es hier und da leichte Schwächen wie zum Beispiel die weiterhin extrem umständliche Kameraführung und einige Clipping- fehler, aber spätestens wenn man einem der riesigen Monster gegenüber steht, gerät das alles in Vergessenheit.

8
Fazit: Monster Hunter bleibt Monster Hunter mit allen Stärken und manchen Schwächen

Es ist nicht einfach einen Titel wie Monster Hunter: Freedom Unite zu bewerten. Technisch hat Capcom ein fast perfektes Spiel abgeliefert. Über die gelegentliche Grafikfehler kann man angesichts der insgesamt sehr imposanten Aufmachung hinwegsehen. Der Sound ist ebenfalls nahezu perfekt umgesetzt. Über den riesigen Umfang des Spiels muss man gar nicht diskutieren, der verdient ohne Frage die Bezeichnung Gigantisch. Auch die Installation der Spieldaten auf dem Speicherstick erweist sich als schlauer Schachzug und verkürzt die Lade- zeiten merklich. Absolut ärgerlich ist allerdings das Fehlen eines Online-Modus. Wer also keine Freunde mit einer PSP und Unite in der Nähe hat, der kann die beste Funktion des Spiels, den Mehrspieler-Modus, erst gar nicht in Anspruch nehmen. Dadurch wird schließlich auch das gesamte Spiel schwerer, da sich einige Missionen fast ausschließlich im Team bewältigen lassen. Ein weiterer, nicht zu verachtender Kritikpunkt ist die umständliche Steuerung, die leicht antiquiert wirkt und den Kampf gegen die Monster durch die gleichzeitig misslungene Kamerasteuerung absolut unnötig erschwert. Aber auch wenn Unite keine komplette Neuentwicklung ist, das Spiel hier und da mit altbekannten Schwächten zu kämpfen hat und es sehr sehr sehr schwer fällt, Verständnis für den fehlenden Online-Modus aufzubringen, macht die Monsterjagd nach wie vor riesigen Spaß.

Infos zum Spiel

  • Monster Hunter: Freedom Unite Titel: Monster Hunter: Freedom Unite
    Genre: RPG
    Publisher: Capcom
    Developer: Capcom Production Studio 1
    Release (US): 23.06.2009
    Release (EU): 26.06.2009
    Release (JP): 27.03.2008
    Spiel kaufen: Amazon | Trade-a-Game
     
    Monster Hunter Freedom Unite hat sich schon über 3 Millionen Mal in Japan verkauft. Jetzt geht die Monsterjagd in Europa weiter. In Monster Hunter Freedom Unite warten über 70 Monster-Typen darauf, von Jägern besiegt zu werden. Das Spiel bietet 270 Quests, über 700 Waffen und mehr als 1.400 Rüstungen. Monster Hunter Freedom Unite kann alleine oder im Co-Op-Modus per Ad-hoc mit bis zu vier Spielern gespielt werden. Im Infrastruktur-Modus lassen sich eigene Kämpfer kreieren und exklusive Inhalte downloaden.

Artikelinfos

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3 Kommentare

  1. Kevolo00 schrieb am 8.Juli 2009:

    naja ich werde das spiel ja bald kriegen da ich ja hier gewonnen habe :) nochmal vielen dank!!

  2. Zooth schrieb am 9.Juli 2009:

    Kann den Test voll und ganz unterschreiben. 8/10 ist eine wirklich gute Wertung für ein Spiel mit großer Faszination und kleinen Schwächen.

  3. radiskull schrieb am 27.Dezember 2009:

    Naja kann da nicht überall mitgehen… Zum einen wurde die Kameraführung in “United” verbessert, z.b. wenn man von einem Monster weg geschleudert wird, zoomt die Kamera heraus was in den ersten MH Teilen sehr nervig war auch Gebiete mit feststehenden Kamerazoom wurden gefixt… Zum anderen sollte man sich fragen wie man eine andere Kamerasteuerung realisieren sollte und da finde ich über die Pfeiltasten steuern schon ganz sinnvoll, später gewöhnt man sich eh dran.

    Der Punkt mit dem Multiplayer ist schon ziemlich hart und ich persönlich finde es auch schade, dass dieses Spiel nicht online geht. Aber man kann sich aushelfen, z.b. gibt es ja XLink Kai, man braucht dazu nur den passenden Wlanstick. Ich muss dazu aber sagen das es nicht ganz einfach ist, eine Verbindung darüber zum Internet aufzubauen aber hat man es einmal geschafft kann ganz gut online spielen, weltweit.

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