LittleBigPlanet PSP Test / Review

Mittlerweile hat Sony schon mehrere Top-Titel erfolgreich von der PlayStation 3 auf die kleine PSP gebracht. Paradebeispiele hierfür sind MotorStorm: Arctic Edge und PixelJunk Monsters Deluxe, die beide mit einem einzigartigen Spielerlebnis auf der PSP überzeugen konnten. Nun folgt auch Media Molecules Plattform-Spiel LittleBigPlanet im handlichen Taschenformat. Entwickelt wurde der PSP-Ableger von Sonys Cambridge Studio in enger Zusammenarbeit mit Media Molecule. Wir waren nach Sonys offizieller Ankündigung sehr skeptisch, ob sich der Titel ohne große Abstriche auf die PSP bringen lässt. Ob Sackboy auch auf der PSP den Charme der Konsolen-Version versprühen kann, erfahrt ihr in unserem Test.
Die Faszination LittleBigPlanet begann bei der großen Konsolen-Fassung schon mit dem Intro, das den Spieler in die Traumwelt der Sackboys führt. Untermalt wurde dies auf der PlayStation 3 von der hervorragenden Synchronisation durch Arne Elsholz, der unter anderem die deutsche Synchronstimme von Tom Hanks oder Manfred das Mammut in Ice Age 1 bis 3 spricht. Auch in der PSP-Fassung wird man gleich wieder von seiner markanten und angenehmen Stimme empfangen und fühlt sich sofort wieder im LittleBigPlanet-Universum angekommen. Nach dem Intro und einer kleinen Einführung, in der erklärt wird, wie man seinen Sackboy durch die Welten führen kann, steht man vor der Auswahl, sich entweder in den Story-Modus zu begeben oder von anderen Benutzern erstellte Level aus der Community auf den Memory-Stick seiner PSP zu laden.

Der Story-Modus wurde im Prinzip von der PS3-Version übernommen. Wie beim großen Vorbild wird man auch auf der PSP lose durch verschiedene Welten geschickt, um verschiedene Aufgaben und Rätsel zu lösen. Dabei spielt das Thema Physik eine große Rolle: Alle Objekte auf dem LittleBigPlanet verhalten sich so wie im echten Leben. Möchte man beispielsweise einen tiefen Abgrund überqueren, muss man den Sackboy an einem Seil schwingen lassen, ihn hin und her bewegen und schließlich zum richtigen Zeitpunkt abspringen. Wie in der PS3-Version stehen auch auf der PSP viele verrückte Fahrzeuge und Transportmittel wie zum Beispiel Schlitten und Heißluftballons zur Verfügung, die man mit dem Sackboy fahren und lenken kann. Insgesamt mussten die Entwickler in Puncto Physik so gut wie keine Abstriche machen. Alles fällt, schwingt, fährt, rollt und hüpft dank der mächtigen Physik-Engine so wie auch auf der weitaus leistungsfähigeren PS3.
Auch Protagonist Sackboy selbst präsentiert sich mit sämtlichen aus der PS3- Version bekannten Features. Mit der Quadrat-Taste ruft man das bekannte “Popit”-Menü auf, mit dem sich Sackboys Optik mit verschiedenen Stoffen und Kostümen anpassen lässt. Eine weiterer Menüpunkt dient dazu, in ausweglosen Situationen virtuellen Sackboy-Selbstmord zu begehen um wieder vom letzten aktivierten Checkpoint neu anfangen zu können. Das funktioniert im PSP-Ableger übrigends unendlich oft. Der letzte Menüpunkt widmet sich den beliebten Stickern, die sich überall hinkleben lassen, aber manchmal auch als Schalter für bestimmte Passagen dienen. Natürlich muss in der PSP-Version auch nicht auf die wahnsinnig lustige Mimik des kleinen Sackboys verzichtet werden. Wie in der PS3-Fassung lässt sich die über das Steuerkreuz in drei Stufen verändern. So kann mit einem fröhlichen, ängstlichen, aggressiven oder traurigen Sackboy durch die Level rennen. Die Arme von Sackboy lassen sich mangels zweitem Analog-Stick zwar nicht bewegen, doch das tut dem Spielspaß keinen Abbruch.

Die Level des Story-Modus wurden nicht einfach und schnell von der PS3-Version übernommen, sondern komplett neue kreiert. Sie sind in einzelne Welten unterteilt, die jeweils ein eigenes Hauptthema haben. In jedem Level erhält man eine Aufgabe, die teils durch Geschick und teils durch das Knacken von leichten bis mittelschweren Rätseln gelöst werden muss. Im fiktiven China muss man zum Beispiel einem großen, roten Drachen sein Ei zurückbringen und in Indien geht es darum, einen Affen einzufangen, der sich etwas unter den Nagel gerissen hat. Es gibt sogar einen Abstecher in die verschneiten Alpen, deren Einwohner natürlich Lederhosen tragen und Kuckucksuhren besitzen und in ihrer Freizeit gerne mal auf Heidisuche gehen. Natürlich gilt es auch auf der PSP sämtliche Punkte- und Preis-Blasen einzusammeln. In diesen verstecken sich, genau wie in der PS3-Fassung, Baumaterialien, mit denen sich später eigene Welten kreieren lassen, neue Sackboy-Kostüme und matürlich jede Menge Sticker, die man nach Lust und Laune überall hinkleben kann. Optisch stehen die einzelnen Welten denen der PS3-Fassung kaum in etwas nach. Mit viel Liebe zum Detail wurden die Welten mit zahlreichen Extras ausgestattet und lassen eigentlich so gut wie nichts vermissen. Selbst in rasanten Abschnitten muckt die PSP trotz komplexer Physik-Berechnungen so gut wie nie auf.
Der größte Unterschied zwischen PSP- und PS3-Version im Level-Design ist die Tatsache, dass es auf der PSP nicht wie in der PS3-Version drei Ebenen gibt, sondern Sackboy sich nur auf zwei Ebenen bewegen kann. Die einzelnen Ebenen dienen u.a. als Versteck für besondere Preis-Blasen und können gleichzeitig ein sicherer Unterschlupf für Sackboy sein, wenn er gefährlichen Gegnern aus dem Weg gehen muss. Wie beim Vorbild gestaltet sich der Wechsel zwischen den beiden Ebenen auch auf der PSP teilweise als schwierig. Weitere Abstriche gibt es in Sachen Online-Mehrspieler-Modus. Auf den muss auf der PSP nämlich verzichtet werden. Damit fehlt der PSP-Fassung leider ein elementar wichtiger Teil der Faszination, die LittleBigPlanet ausmacht, denn kaum etwas macht mehr Spaß, als mit vier Sack-Figuren gleichzeitig durch ein Level zu hüpfen. Äußerst positiv ist aber die Möglichkeit, die selbst erstellen Level über das Internet und lokal mit anderen Nutzern tauschen zu können. Das Angebot an Community-Leveln war zum Zeitpunkt des Tests allerdings noch sehr überschaubar.

Damit kommen wir auch schon zum Level-Editor von LittleBigPlanet PSP. Wie auf der Konsole lassen sich auch auf dem Handheld eigene Welten kreieren. Hier hat man wie beim großen Vorbild sämtliche kreativen Freiheiten, einen Haufen an Baumaterialien und nahezu unendlich viele Möglichkeiten. Die Bedienung erschließt sich dank vieler Tutorial-Videos recht schnell. Trotzdem benötigt es aber noch einiger Übung, bevor es gelingt, wirklich spannende Level auf den Bildschirm zu zaubern. Mit ein wenig Geduld und Übung wird das aber jedem gelingen.
Das Erste, was einem nach einigen Minuten mit LittleBigPlanet PSP in den Sinn kommt, ist die Frage, wie zum Teufel es die Entwickler geschafft haben, ein Spiel wie dieses mit seinem ganzen Charme in die kleine PSP zu quetschen. Wer die PS3-Version gespielt und geliebt hat, wird die PSP-Version mindestens genauso lieben, denn man muss auf so gut wie gar nichts verzichten. Gut, man hat den Online-Modus gekippt, was dem Spiel die Höchstwertung gekostet hat, aber selbst das lässt sich angesichts der tollen Welten, der beeindruckenden Physik und dem einfach süßen Sackboy irgendwie verschmerzen. Denn selbst wenn man nicht online mit anderen Sack-Puppen durch die Gegend hüpfen kann, ist man wenigstens über den Level-Editor mit den anderen Community-Mitgliedern verbunden, kann eigene Level veröffentlichen oder die anderer Spieler kostenfrei runterladen. Unendlicher Level-Nachschub! Was möchte man mehr? Um es ganz kurz zu machen: Los, kauft euch schnell dieses Spiel!
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Informationen zum Spiel
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Titel: LittleBigPlanet PSP Genre: Jump 'n Run Publisher: SCE Developer: Media Molecule Release (US): 17.11.2009 Release (EU): 20.11.2009 Release (JP): NA Spiel kaufen: Amazon | Trade-a-Game Die Sackboys stürmen die PSP! Nachdem die kleinen Stoffpuppen schon auf der PlayStation 3 überzeugen konnten, darf man sich mit ihnen jetzt endlich auch auf unterwegs durch die Levels hüpfen und hangeln. LittleBigPlanet für PSP lässt sich durch die so genannte Cross-Talk-Funktion mit seinem großen Bruder auf der PS3 verbinden um so Kostüme und Levels freizuschalten. Das Spiel verfüt Über 30 Levels in 7 unterschiedlichen Welten, die jedoch durch das Bauen eigener Levels und dem Download kostenloser Levels aus der LittleBigPlanet-Community nahezu endlos erweitert werden können. ܜber einen Ad-Hoc-Modus kann man mit zwei Sackboys gleichzeitig durch die Levels hüpfen.
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